Die touristische Region Oranienburg

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Bauernmarkt in Schmachtenhagen
Bauernmarkt in Schmachtenhagen

1650 schenkte der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm seiner Frau Louise Henriette von Oranien die Domäne Bötzow. 1652 wurde in Bötzow ein Schloss im holländischen Stil errichtet, das den Namen Oranienburg erhielt. Der Schlossname wurde auch auf die Stadt übertragen. Mit Unterstützung von niederländischen Fachleuten und Glaubensflüchtlingen (Hugenotten, Salzburger, Juden) ließ die Kurfürstin in und um Oranienburg Musterwirtschaften nach niederländischem Vorbild anlegen. Sie schuf damit eine wesentliche Voraussetzung für die rasante Entwicklung Brandenburg-Preußens. Aus der Ehe des Großen Kurfürsten mit Louise Henriette ging Kurfürst Friedrich III. hervor, der das Schloss zum Gedenken an seine geliebte Mutter verschönern und erweitern ließ. 1701 begründete er als Friedrich I. das Königreich Preußen. Nachdem das Schloss den Sparzwängen des „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I. geopfert werden musste, zog mit Prinz August Wilhelm, einem Bruder des kinderlosen Friedrichs des Großen und Vater des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm II., noch einmal höfischer Glanz in Oranienburg ein. Theodor Fontane berichtet in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg ausführlich und anschaulich von der wechselvollen Geschichte Oranienburgs.

Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten  errichtete die SA 1933 in einer alten Brauerei eines der ersten nationalsozialistischen Konzentrationslager (KZ Oranienburg). Im Juli 1934 wurde dort der Schriftsteller Erich Mühsam ermordet. Im Juni 1936 wurde von der SS der NSDAP am östlichen Stadtrand das KZ Sachsenhausen errichtet, in dem bis zum Kriegsende mehr als 100.000 Menschen ihr Leben verloren. Daneben befand sich in Oranienburg als zentrale Verwaltungseinrichtung die Inspektion der deutschen Konzentrationslager (später Teil des WVHA). Heute wir in der Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen an dieses dunkle Kapitel in der Stadtgeschichte erinnert. Oranienburg war im Zweiten Weltkrieg verstärkt Ziel auf Angriffen alliierter Bomberverbände, da sich mit dem Henkelwerk hier ein wichtiger Rüstungsbetrieb befand (das Gelände wurde dann bis 1994 durch die Gruppe der Sowjetischen/Russischen Streitkräfte in Deutschland genutzt). Noch heute werden jedes Jahr neue Blindgänger gefunden und entschärft.

Nach der Wende hat sich das Stadtbild deutlich gewandelt. Neben dem Schloss wurden viele historische Gebäude restauriert und erstrahlen in neuer Pracht. 2009 fanf in Oranienburg die vierte Brandenburgischen Landesgartenschau unter dem Motto „Traumlandschaften einer Kurfürstin“ statt.

Oranienburg ist bequem mit dem Regionalverkehr, der S-Bahn oder über den Radfernweg Berlin – Koppenhagen oder per Boot über die Havelwasserstrassen zu erreichen.